· Lösen deine Träume in dir nicht Angst aus, sind diese nicht gross genug
· Es ist unwesentlich wie langsam du dich bewegst - wesentlich ist es nicht zu stoppen.
· Zweifle jeden Augenblick, entscheide dennoch.
· Ändere dich, und du veränderst die Welt.
. Wage es, heute den ersten Schritt zu tun um deine Träume wahr werden zu lassen!

Montag, 26. August 2013

Last STRIKE im 50en Lebensjahr


Noch vier Tage und ein weiteres Jahreshighlight wird gestartet. Aufregung, Spannung, Vorfreude, Respekt, etwas Angst und eine Tüte voller Emotionen begleitet mich seit einigen Wochen.

Tessiner Aussichten
Der Ultratrail du Mont Blanc steht für meine Leidenschaft, meine Lebensträume, für eine ultimative Herausforderung, die Königin des Ultraberglaufs. Eine Königin mit 167km und 9500 zu bewältigenden Höhenmeter rund um das Mont Blanc Massiv. Gelaufen wird durch drei Länder, Frankreich, Italien und die Schweiz.

Recko UTMB am Bovine
Der Start erfolgt am 30. August 2013 um 16h30 in Chamonix. Das Zeitlimit für die gesamte Stecke beträgt 46 Stunden, wobei an bestimmten Checkpoints weitere Zeitlimits einzuhalten sind. Das Minimalgepäck wird vom Veranstalter definiert und wiegt inklusive Rucksack und plus der Verpflegung für die erste Hälfte des Rennens rund 2.6kg, dazu kommt je nach Etappenläge noch bis zu einem Liter Wasser welches mitgetragen wird.


JUNUT 175 mit Tom Eller
Die besondere Herausforderung im Zusammenhang mit diesem Lauf war dieses Jahr die Auseinandersetzung mit dem Wesentlichen, dem Mut das Unwesentliche sein zu lassen um meine Energie für das mir Wichtige zur Verfügung zu haben.

Dabei musste und wollte ich mir und anderen gegenüber einschneidende Entscheidungen und Grenzen setzen. Dies fiel mir nie leicht, im Gegenteil, doch jedes Mal nachdem ich mich durchgerungen hatte, meine Entscheidung gefällt und vor allem umgesetzt hatte, liess die Wirkung nicht lange auf sich warten. Diese war jedes mal überraschend  klar und in meiner Erfahrung sehr bereichernd und belebend.

Trainingstour Tessin
Die Wirkung zeigte sich nicht nur läuferisch, sondern auch beruflich und im privaten Bereich. Es ist tatsächlich so dass wenn wir, in diesem Falle ich, eine für Aussenstehende fremd scheinende Entscheidung fällte und umsetzte, dies Reaktionen in meinem Umfeld ausgelöst hat. Diese gingen bis zur Beurteilung meiner Art zu leben, Kritik an meiner Erscheinung, bis hin zum persönlichen Angriff auf meine Lebensgeschichte. Das grösste Geschenk waren die persönlichen Kontakte mit Menschen die erkannten was ich wollte oder mich wohlwollend darauf ansprachen, mir Mut machten weiter zu gehen und mir sagten, dass mein Verhalten, meine Art meinen Träumen zu folgen sie auch inspiriere und motiviere ihrer eigenen Vision zu folgen.

Nie im Leben hätte ich gedacht, dass die Umsetzung meiner Vision und meiner Lebensträumen und das sich hingeben in einen Traum eine solche Wirkung auf mein Leben haben würde.

Kaputtgelaufener Laufschuh
In vier Tagen werde ich also am Start des UTMB stehen. Am Kulminationspunkt dieses, meines 50en Lebensjahres. Alles liegt bereit. Ich habe mehrere Zeitpläne für den Lauf erarbeitet, einen Verpflegungsplan erstellt, Kleider getestet, während diverser Wettkämpfe Rucksäcke und Ausrüstungsgegenstände getestet, verschiedene Nahrungsergänzungsmittel ausprobiert, Laufschuhe flachgelaufen, einigermassen nach einem Trainingsplan trainiert, meine Ernährung gemäss meiner Lebensvision umgestellt, und ich bin viele viel Berge be- und abgestiegen; sportliche berufliche und emotionale.
Trainingsplan UTMB

Vor 30 Jahren habe ich mich mit verschiedenen Motivations- und Zielereichungstechniken beschäftigt: Autogenes Training, Visualisierung, Selbsthypnose, Merksätze alles mögliche was auf dem Markt war habe ich ausprobiert und zum erreichen meiner Ziele genutzt. Alle meine damals gewünschten Ziele habe ich damit erreicht. Es ging wie von selbst, es ist so einfach mit Techniken das Unbewusste vermeintlich zu manipulieren um so ein Ziel zu erreichen. Das Dumme daran ist, mein Unbewusstes liess sich nicht manipulieren. Es fand andere Wege das zu tun was es wollte, liess mich im glauben etwas erreicht zu haben. Ich hatte Erfolg (im Aussen) aber in Wahrheit konnten alle erreichten Ziele mir das nicht geben was ich wirklich erreichen wollte. Mein Unbewusstes führte und führt ein mir unbewusste Eigenleben. Nur mit Bewusstsein und intensivster Selbstreflektion, Integration und Umsetzung der bewusst gewordenen Motive und Ziele meines Unterbewussten scheint es zu gelingen Übereinstimmung zwischen bewussten und bewusst gewordenen "unbewussten Motive und Ziele" zu erreichen.


Ich freue mich doppelt! Nicht weil ich denke, dass ich den UTMB finishen werde . Ob ich das Ziel in Chamonix durchschreiten werde, weiss ich nächstes Wochenende. Ich freue mich darüber, dass ich in vier Tagen am Start sein darf und weil ich glaube einen Weg gefunden zu haben, zu dem zu werden was ich im teifsten bin.

Am Spinerace 10k vor dem Ziel bei k165/50h
Die gute Nachricht ist die, dass ich zutiefst Frieden und Ruhe in mir wahrnehmen und fühlen kann. Es fühlt sich an als würde ich "ankommen", auch wenn draussen ein Sturm ist (oft zumindest).

Die herausfordernde Nachricht ist folgende: es gibt keine Abkürzungen auf diesem Weg, es gibt keine Medikamente, kein Doping oder sonstige Mittel, welche nachhaltig dazu verhelfen dieses Ziel zu erreichen. Es fühlt sich manchmal schwer, anstrengend und herausfordernd an und es kann soweit gehen, dass vermeintlich lebensbedrohliche Gefühle ausgelöst werden. Dann ist es gut, wenn jemand da ist der diesen Weg schon gegangen ist oder auch geht. Meine Erfahrung ist, dass sich nach einer schweren Phase immer Freude, Zuversicht, Mut und Spass einstellt welche die schweren und herausfordernden Momente bei weitem überragen.

Gd Col Feret mit Lauffreund
Ich schreibe das vor dem UTMB weil, egal ob ich das Ziel in Chamonix durchschreite mir wichtig ist, dass das was ich fühle, denke und dieses Jahr erlebt habe mir nicht deshalb besonders erscheint, weil ich das Ziel des UTMB erreicht habe, sondern weil meine Erfahrung und meine Gedanken dazu unabhängig vom UTMB ihre Gültigkeit haben. Der UTMB war eines der Vehikel um in diesem Jahr diese Erfahrungen zu machen.

Sollte ich das Ziel in Chamonix erreichen, und das will ich mit all meiner Leidenschaft, meinem Wesen und meiner Physis, dann ist der Start am UTMB als die süsse Sahne auf dem Dessert, die Zielerreichung, die Kirsche welche leuchtend und tiefrot strahlend auf der Sahne liegt zu verstehen.

Geteilte Leidenschaft
Das Entree, die Hauptspeise und weitere Gänge sind als das ganze Jahr mit all den verrückten Läufen, die Naturerlebnisse, den vielen neuen, interessanten und spannenden Bekanntschaften die ich erfuhr, mein anspruchsvoller Job und all die anderen Dinge die ich erleben durfte zu verstehen.

Dies alles erlebe ich oft in Begleitung und vor allem mit der vollsten Unterstützung meiner liebsten Frau.


Dieses Jahr widme ich all den Menschen, die es gewagt haben zu träumen, die es gewagt haben von ihren Träumen zu reden und ihren Träumen zu folgen und dabei aufgrund von politischen oder gesellschaftlichen Situationen wegen ihren Träumen bedroht, verfolgt oder ihr Leben lassen mussten.

Ohne diese Menschen wären wir nicht da wo wir heute sind.